John Maynard - Schiffsunglück  auf dem Eriesee

Die Wirklichkeit

Walter Keitel, Herausgeber sämtlicher Werke Theodor Fontanes, fand heraus, dass der Steuermann Luther Fuller hiess. In der Nacht des 9. August 1841 geriet das Schiff 'Erie' bei Silver Creek in Brand. Kapitän Titus befahl seinem Steuermann Fuller, das Schiff an Land zu setzen. Das gelang auch, aber 249 Passagiere kamen um - nicht aber der Steuermann, der mit schweren Brandwunden an Land gebracht werden konnte. Den Namen John Maynard hat der 'Steuermann vom Eriesee' in einer Legende erhalten, die am 12. September 1845 im 'Buffalo Commercial Advertiser' ohne Nennung eines Verfassernamens erschienen war.

 

 

 

Geographie

Der Eriesee ist der südlichste und der viertgrösste von den Grossen Seen Nordamerikas, im Gebiet der Staaten Ontario im Norden, New York im Osten, Pennsylvania und Ohio im Süden, Michigan im Westen. Die Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada verläuft etwa seiner Längsachse in der Mitte des Sees entlang. Er erstreckt sich über eine Länge von 388 Kilometern, seine grösste Breite beträgt 92 Kilometer. Der Eriesee hat eine Länge von 25667 Quadratkilometern, die sich zu fast gleichen Teilen auf die Vereinigten Staaten und Kanada verteilt. Der mittlere Wasserspiegel des Sees liegt bei 174 Meter Meereshöhe. Die grösste Tiefe des Sees beträgt 64 Meter, seine durchschnittliche Tiefe jedoch nur 19 Meter, womit er der flachste der fünf Grossen Seen ist.

Der Eriesee erhält Wasser vom Huronsee im Norden durch den Sankt-Clair-Fluss, durch den Sankt-Clair-See und den Detroit, die alle schiffbar sind. Auch viele kleinere Flüsse fliessen in den Eriesee. Die Abflüsse des Eriesees sind der Niagara River und der Welland Ship Canal, die beide die Verbindung zum Ontariosee herstellen. Auf der Westseite des Eriesees befinden sich mehrere kleine Inseln, so zum Beispiel Pelee Island in Ontario (Kanadas südlichster Punkt) und Kelleys, North Bass, Middle Bass und South Bass in Ohio.

Da der See sehr flach ist, stellt er bei stürmischen Wetter, wenn es häufig zu gefährlichem Wellengang kommt, eine Gefahr für die Schiffahrt dar. Ausserdem muss von Mitte Dezember bis Ende März wegen der Eisbildung die Schiffahrt ganz eingestellt werden. Trotz dieser Hindernisse werden sehr viele Güter auf dem Eriesee transportiert, der ein wichtiger Bestandteil des Sankt-Lorenz-Seeweges ist. Der Eriesee ist auch durch den Erie-Kanal mit dem Hudson und damit direkt mit dem Atlantischen Ozean bei New York verbunden.

Der französische Forscher Louis Jolliet entdeckte als erster Europäer 1669 den Eriesee. Daraufhin errichtete Frankreich an seinen Ufern Handelsstationen für Felle. Gossbritannien erlangte in der Mitte des 18. Jahrhunderts im Britisch-Französischen Kolonialkrieg die Kontrolle über den See und behielt diese, bis der Jay-Vertrag von 1794 die Herrschaft über das Gebiet zwischen Grossbritannien und den Vereinigten Staaten aufteilte. Im 20. Jahrhundert wurden von der hoch industrialisierten Uferregion in Ohio grosse Mengen an Industrie- und Haushaltsabfällen in den See geleitet, wodurch er sehr stark verschmutzt wurde.

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Geschichte

Detroit

 

Detroit ist die siebtgrösste Stadt in den Vereinigten Staaten. In den Vorstädten leben 3,5-mal so viele Menschen wie in der Stadt selbst. Die Region ist eines der weltweit größten Zentren des Automobilbaues. Das wirtschaftliche Wachstum der Stadt wurde durch die günstige Lage am Detroit River ermöglicht, der die oberen Grossen Seen mit den unteren Grossen Seen verbindet.

Wirtschaftlich grösste Bedeutung hat die Automobilindustrie, hier liegen die Firmensitze der General Motors Corporation, Ford Motor Company und Chrysler Corporation. Der Fahrzeugbau hat die Ansiedlung vieler Dienstleistungsbetriebe aus den Bereichen Forschung, Design und Werbung nach sich gezogen.

Das Zentrum der Stadt liegt am Ufer des Detroit River, wo 1701 die ersten Siedler an Land gingen. Von dort aus führen die Hauptverkehrsstraßen radial nach aussen. Auf der flusswärts gelegenen Seite des Stadtzentrums steht das Verwaltungszentrum der Stadt mit dem City County Building und dem Henry and Edsel Ford Auditorium. Nördlich des Stadtzentrums stehen die von dem deutschstämmigen.

Architekten Albert Kahn entworfenen Gebäude von General Motors und Fisher. Westlich des Stadtzentrums liegt das Militärmuseum Fort Wayne, das am besten erhaltene Fort aus der Zeit vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg im Mittleren Westen.

Irgendwann in den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts entstand am Eriesee im Norden der USA eine kleine Ansiedlung, errichtet von einem franzöischen Offizier, der mit einer Militäreinheit und einer Gruppe indianischer Führer einen Auftrag auszuführen hatte, die Suche nach einem geeignetem Platz am Westufer des riesigen Sees. Dieser französische Offizier war Antoine de la Mothe Cadillac, der die Berechtigung von König Ludwig XIV., dem berühmten "Sonnenkönig", eingeholt hatte, diesen bis dato noch weitgehend unberührten riesigen Teil des amerikanischen Kontinents zu erforschen und die Voraussetzung für seine Besiedlung zu schaffen.

Auch Antoine Cadillac wusste wohl kaum, wieso er ausgerechnet diesen Platz auswählte und "Ville d’Etroit" nannte, was soviel wie "schmale Stadt" heisst, aber auch in dieser Interpretation nicht viel aussagt. Und weder der adlige Herr im Dienste des Sonnenkönigs noch jener selbst im fernen Frankreich dürften geahnt haben, welche Bedeutung dieser Name "AEd’Etroit" einmal erlangen würde, wenngleich in einem Wort zusammengefasst. Das kleine Dorf wuchs zu einer Stadt und entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem weltbekannten Industriezentrum , dem Mekka des amerikanischen Automobilbaus. Aus d’Etroit war inzwischen Detroit geworden. Und auch Antoine de la Mothe Cadillac wurde unsterblich, als sein Name zu einem unvergleichlichen Markenzeichen einer der renommiertesten Automarken wurde.

1805 wurde Detroit zur Hauptstadt von Michigan, 1810 betrug die Einwohnerzahl nur etwa 1600. Die erste Wachstumsphase setzte ein, als die Indianer ihre Landansprüche in Michigan aufgaben und als 1818 auf den Grossen Seen die Dampfschifffahrt eingeführt wurde. Die Eröffnung des Erie-Kanals 1825 begünstigte die Entwicklung der Stadt. Detroit wurde zur wichtigsten Station für die Siedler des nördlichen Mittleren Westens und bedeutender Standort für den Schiffsbau.

Durch den Eisenbahnbau in den vierziger Jahren und vor allem durch die Fertigstellung der Verbindung nach Chicago 1852 gewannen die Verarbeitung von Produkten aus dem Landesinneren (u. a. Holz und Getreide) und der Handel an Bedeutung. Ende des 19. Jahrhunderts zählte Detroit fast 286000 Einwohner. Die große Zahl von Arbeitskräften bildeten die Grundlage für die Entwicklung der Automobilindustrie.

Ein altes Cadillac Cabriolet

Die ersten Automobilfabriken wurden 1899 und 1903 von Ransom Eli Olds und Henry Ford gegründet. Die Bevölkerung der Stadt wuchs weiterhin rapide an. Während des 2. Weltkrieges stellte die Automobilindustrie ihre Produktion auf militärische Fahrzeuge um.

Während des Krieges und in der Nachkriegszeit boomte die Wirtschaft und die Stadt erlebte eine neue Einwanderungswelle. 1957 verzeichnete Detroit mit rund 1850000 Menschen seine höchste Einwohnerzahl. Im Sommer 1967 erlebte die Stadt schwere Rassenunruhen. In den siebziger Jahren nahmen die Spannungen ab und 1973 wurde Coleman Young zum ersten schwarzen Bürgermeister Detroits gewählt, der bis 1994 im Amt war. Die Einwohnerzahl der Kernstadt beträgt etwa 1.1 Millionen.

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Buffalo

Buffalo ist ein bedeutender Binnenhafen und wichtiges Wirtschafts- und Industriezentrum. Buffalo liegt am westlichen Endpunkt eines Schifffahrtskanals, der den Ontariosee mit dem Eriesee verbindet. Die Stadt verfügt über ausgedehnte Hafenanlagen. Sie ist einer der grössten Eisenbahnknotenpunkte des Landes. Als Hafenstadt an den Grossen Seen (Oberer See, Michigansee, Huronsee, Eriesee und Ontariosee) wird Buffalo vom Mittleren Westen her mit Rohstoffen (hauptsächlich Kohle und Eisenerz) versorgt. Die Energieversorgung erfolgt über die Wasserkraftwerke der nahe gelegenen Niagarafälle. Aufgrund dieser Faktoren entwickelte sich Buffalo zu einem wichtigen Standort der Kraftfahrzeugindustrie und zum grössten Zentrum der Getreideverarbeitung des Landes.

Zu den zahlreichen Bildungseinrichtungen Buffalos gehört auch die Universität des Bundesstaates New York (1846). Sehenswürdigkeiten sind u. a. das Haus, in dem 1901 Theodore Roosevelt den Präsidenteneid leistete, nachdem William McKinley in Albany ermordet worden war, sowie das Grab von Red Jacket, einem Führer und Sprecher der Seneca-Indianer. Berühmte Persönlichkeiten der Stadt sind der ehemalige Bürgermeister von Buffalo und spätere US-Präsident Grover Clevelandsowie Millard Fillmore.

Das Gebiet wurde zwar lange Zeit von französischen Entdeckern und Händlern durchquert, aber erst 1780 errichteten die Seneca-Indianer ein Dorf und benannten es nach einem nahe gelegenen Fluss, dem Buffalo Creek. Mit der Fertigstellung des Erie-Kanals1825 entwickelte sich Buffalo zum Haupthandelszentrum zwischen dem Osten und den Siedlungen im Westen. Bis 1850 war es zum Zentrum der Getreideverarbeitung geworden. Die Entwicklung der Industrie wurde durch den Bau von Wasserkraftwerken an den Niagarafällen Ende des 19. Jahrhunderts

Die Stadt Buffalo im Jahre 1860

vorangetrieben. Die Schifffahrt verstärkte sich nach der Fertigstellung des Sankt-Lorenz-Seeweges (1959). Die Einwohnerzahl beträgt heute etwa 328000.

 

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Ein Überlebender berichtet T.Brunner & Ph. Meier (3c)

Dienstag Abend waren Phil Mc Miller und ich, Söhne reicher Industrieller aus Detroit, auf dem Weg nach Buffalo.

In der Abenddämmerung, kurz vor dem Wechsel in die dunkle, schwarze Nacht, ragten die Kamine unseres Dampfschiffes "Erie" aus dem Hafenbecken von Detroit.

Der eisige Fahrtwind machte unsere Wangen gefühllos, da das Schiff unter Volldampf lief und die schwarz-blauen Wassermassen auseinanderschnitt. Das Geräusch der gewaltigen Wasserschaufeln und das gleichmässige Fauchen, Zischen und Ticken der Ventile des Dampfkessels erfüllten die Nacht mit einer eigentümlichen Atmosphäre.

Als wir schon unter Deck waren, geschützt vor Kälte und Regen, und in unserer Ecke kauerten, nebenbei noch ein bisschen dösten, drang ein Rufen von verzweifelten Stimmen in unseren bescheidenen Raum, und plötzlich stellte Phil fest, dass sich ein leichter, aber beissender Nebel im Unterdeck ausbreitete. Im gleichen Moment schoss mir nur ein Gedanke in den Kopf: Feuer! Und schon stürmten wir raus, wurden mit der fliehenden Menschenmenge im schmalen Gang mitgerissen, und alle riefen durcheinander und wollten wissen, was eigentlich los sei. Zur Antwort hörten wir: "Irgendwo im Heck brennt es, glaub ich, Genaueres weiss ich auch nicht! Schneller!"

Als wir endlich auf Deck waren und die kalte Seeluft einatmeten, die unsere Lungen reinigten, wurde allen klar, in welcher Gefahr wir uns befanden, denn der dicke, schwarze Qualm, der aus dem Maschinenraum hervorquoll, war Antwort genug.

Wir, Phil und ich, suchten Kapitän Titus auf, um ihm unsere Hilfe anzubieten, aber wir fanden ihn nicht. Wir suchten uns einen vom Rauch noch nicht eingehüllten Ort. Eine Stimme, die uns bekannt vorkam, hob sich rechts hinter uns aus dem Stimmengewirr der Passagiere hervor. Ich drehte mich in die Richtung, aus der sie kam, und erkannte den Kapitän des Schiffes. Aber was war los mit ihm? Er war völlig aufgelöst, seine Bewegungen abgehackt und viel zu hastig für einen so erfahrenen Kapitän, wie Titus einer war. Er informierte sich immer wieder, wie lange es noch nach Buffalo gehe und dann noch so etwas wie: "John Maynard, du bist unsere einzige Hoffnung, bring uns nur ans rettende Land, bleib....!" Mehr konnte ich allerdings nicht mehr verstehen, weil uns die Menschenmasse umherschubste und weitertrieb. Eine angstvolle, fast panische Stimmung breitete sich aus, als unter unseren Füssen der Boden immer heisser wurde.

Das Festland von Buffalo kam immer näher, und in den Augen der Passagiere wuchs die Hoffnung, doch noch mit heiler Haut davonzukommen. Das Schiff begann sich leicht zu neigen, hielt auf den Strand zu, und man hörte das immer unregelmässigere Pochen des Motors, was nichts Gutes bedeutete. Alle spürten die grosse Hitze der eisenbeschlagenen Planken durch die Sohlen ihrer Schuhe hindurch, und es würde nicht mehr lange dauern, bis alles in Flammen stünde.

Diese Gefahr machte uns stumm, der Lärm unter uns war höllisch, und mitten hinein befahl plötzlich der Kapitän, sich irgendwo festzuhalten. Phil und ich suchten an einer Sitzbank Halt, und durch die Wucht des Aufpralles flogen wir in die zusammengedrängte Gruppe vor uns.

Ein ruckartiger Stop und ein langes Ächzen zeigten uns das Ende der Schreckensfahrt auf dem Eriesee an. Alle Passagiere, von denen gottlob keiner ernsthaft verletzt war, sprangen augenblicklich über die Reling auf den Strand und eilten auf das Ufer zu.

Wir konnten über unsere kleinen Prellungen und Schürfungen nicht klagen und sahen uns in sicherer Distanz um, ob Rettung nahen würde. Trotz des Feuers lag eine unheimliche Stille über dem Wrack. Wie ein sterbender Wal neigte sich das lodernde Schiff mit einem lauten Ächzen zur Seite, die Flammen erloschen rasch, und dann war nur noch die Brandung zu hören.

Erschüttert vernahmen wir wenig später, dass nur ein Opfer zu beklagen sei, John Maynard, der Steuermann, der in dem brennenden Schiff sein Leben liess, um uns zu retten.

 

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Technik (Raddampfer)

Sich vom Wind und Wetter zu lösen und sich nicht auf die Tücken der Natur zu verlassen, war schon lange ein grosser Wunsch der Menschheit. Es gelang ihnen auch, eine Dampfmaschine zu entwickeln, die in ein Schiff eingebaut werden konnte.

Obwohl diese Errungenschaft wegweisend für die Zukunft war, stiess sie auf grosses Misstrauen, "das vom Teufel entsprungene Objekt", und deshalb gab es in der Anfangsperiode des Dampfschiffes kaum ein Schiff, das nicht noch zusätzlich Segel mit sich führte.

Das Zeitalter der Dampfschifffahrt begann etwa Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts. Die erste überlieferte Anwendung von Dampfkraft in einem Schiff stammt aus dem Jahr 1786. Damals liess der amerikanische Erfinder John Fitch ein kleines Dampfschiff auf dem Delaware River vom Stapel. 1807 machte die Clermont, ein von Robert Fulton gebauter Raddampfer, ihre Jungfernfahrt auf dem Hudson River. Im Mai 1819 überquerte das dampfangetriebene Postschiff Savannah erstmals den Atlantik, von Georgia nach Liverpool. Die Savannah war ebenfalls ein Raddampfer. Die Dampfer waren anfangs aus Holz, erst 1822 wurde der erste Dampfer gänzlich aus Stahl vom Stapel gelassen. Unabhängig voneinander führten 1836 der Schwede John Eriksson und der Brite Francis Smith die Schiffsschraube in die Schifffahrtstechnik ein. Als erster transatlantischer Schraubendampfer lief 1844 die Great Britain vom Stapel. Zur weiteren Verbesserung im Antriebssystem gehörte vor allem die Kolbendampfmaschine. Über eine 43 000 PS starke Anlage (umgerechnet etwa 31 627 Kilowatt) verfügte die 1902 erbaute Kaiser Wilhelm II. In der technischen Weiterentwicklung folgte der Kolbendampfmaschine die Dampfturbine, die bereits 1898 erstmals in einem Dampfschiff als Antrieb verwendet wurde. Ab 1910 baute man die ersten Schiffe mit Dieselmotoren (Verbrennungskraftmaschine).

Heute verwendet man solche Dampfer nur noch als Touristenattraktion auf Seen (Vierwaldstätter See) und Flüssen (Mississippi).

 

So hat der Raddampfer (‘‘Erie‘‘) etwa ausgesehen

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